Pferde

Luigi, unser Quartermix, ist genauso alt wie meine Tochter Marlene und kam als Jährling zu uns. Als Fohlen hatte er bei seinen Vorbesitzern einen schweren Unfall. Er wurde liegend auf der Koppel mit gebrochenem ersten Wirbel aufgefunden. Der Tatvorgang ist bis heute ungeklärt. In einer Klinik wurde er stationär behandelt, bis er wieder alleine stehen konnte. Keiner wollte so recht glauben, dass er jemals geritten werden könnte.

Als uns Luigi angeboten wurde, war es uns egal, ob er später jemanden tragen könnte, oder nicht. Er war trotz seines schiefen Köpfchens und seiner leichten Behinderung einfach nur süß mit seinen großen Augen. Mit vielen Massagen, homöopathischer Behandlung und noch mehr Liebe entwickelte er sich prächtig und wurde ein richtiges Familienmitglied, das sich auch im Haus zu benehmen weiß, und vor allem eins der allerbesten Schulpferde auf der ganzen Welt.

Luigi ist als Fohlen auf sehr weichem Moorboden aufgewachsen. Seine Hufe haben sich dem damaligen Untergrund angepasst und dementsprechend entwickelt: leider breit und flach. Da er wenig Sohlengewölbe hat, macht ihm holperiger Untergrund zu schaffen und deshalb ziehen wir ihm bei Ausritten Hufschuhe an.

Sunny, unser Bayerisches Warmblut, ist eine Enkelin von Donnerhall (lebende Legende, äußerst erfolgreiches Dressurpferd und Zuchthengst), die allerdings als Kehlkopfpfeiferin auf die Welt kam. Bei ihr ist ein Nerv geschädigt, der die Muskeln des Kehlkopfes versorgt. Deshalb bekam sie früher bereits bei leichter Belastung Atemnot und wurde schon als Fohlen das erste Mal am
Kehlkopf operiert. Leider hatte der operative Eingriff nicht viel gebracht.

Als sie dann mit drei Jahren zu uns auf den Amaro Hof kam und im Sommer ohne Belastung, also nur im Stehen, kaum Luft bekam, entschieden wir uns für eine erneute OP, die ihr dann wieder nur bedingt Erleichterung verschaffte. Erst durch zusätzliche homöopathische Behandlung konnte die besonders liebe Rappstute ohne Atem-probleme schonend geritten werden.

Um Atemproblemen vorzubeugen, verlegen wir im Sommer die Reitstunden immer auf den späten Nachmittag, damit Sunny keiner all zu starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Unsere Reitschüler lieben die herzensgute Stute und haben gelernt, Rücksicht auf Ihre Atmung zu nehmen. An besonders heißen Abenden reiten wir dann nur im Schritt und üben dabei spannende Lektionen wie beispielsweise „Halsringreiten“. Dies macht nicht nur den Kindern ganz viel Freude, sondern auch uns Lehrern, wenn wir sehen, wie unsere Fünfjährigen die 1,78 cm große Rappstute ohne Halfter und Zügel (s. S. 110) mit feinsten Signalen durch ein Labyrinth lenken können. Für uns ist Sunny einfach nur wunderbar.

Samson

ist ein superfreundlicher Trakehner-Mix. Sein rechtes Auge ist allerdings blind. Beim freien Longieren muss man auf diese Behinderung besonders Rücksicht nehmen, denn er sieht rechts die Körpersignale des Trainers nicht. Dies gleichen wir einfach mit ruhiger Stimme aus. Unsere Reitschüler unterstützen das Longieren im Uhrzeigersinn mit Stimmsignalen und haben erkannt, dass sich die meisten Probleme mit guten Ideen ganz einfach lösen lassen.

Jeder kann lernen, mit Behinderungen umzugehen. Nicht um alles in der Welt würden wir Samson eintauschen wollen. Für uns ist er der beste Trakehner aller Zeiten.

Jeronimo ist ein reinrassiger Araber, der schon als kleines Fohlen zu uns kam. Kaum zu glauben, aber damals war er noch richtig schokobraun.

Leider hat er von seiner Mama die Neigung zu Hufrehe (äußerst schmerzhafte Entzündung in der Hufkapsel) und Tumoren geerbt, deshalb müssen wir im Frühling ganz besonders darauf achten, dass die Umstellung von Heu auf frisches Gras ganz langsam vonstatten geht. Die ersten Jahre kämpften wir im Sommer zusätzlich mit offenen Tumoren und versuchten alles Mögliche, um die blutigen Geschwüre vor Fliegen zu schützen. Durch homöopathische Behandlung heilten diese Stellen zum Glück vollkommen ab. Der Zahnwechsel war bei ihm ein weiteres Problem. Es mussten ihm nacheinander elf Zähne gezogen werden. Als er dies alles endlich überstanden hatte, passierte es beim Toben, dass er sich ein Augenlid abriss, das aber zum Glück wieder angenäht werden konnte. Mit Homöopathie verheilte auch diese Wunde in kürzester Zeit.

Jeronimos bester Freund ist Samson. Beide sind sehr lebensfroh und spielen und toben gerne miteinander.

 

Jacki

ist unser aktuellster Neuzugang vom März 2019.
Wie sie zu uns gelangte
Auf Facebook (unter „Amaro Hof“) findet Ihr immer wieder Updates zu Ihrer Genesung. Da hat sich schon in der ersten Woche bei uns unglaublich viel getan! Nach wie vor suchen wir aber nach Paten.
Mehr Infos zu ihr folgen hier so bald wie möglich.